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WHO: Sexuell übertragbare Erkrankungen im Ansteigen

19.04.2002

Anläßlich des 100jährigen Bestehens der deutschen STD-Gesellschaft findet am 19. und 20. April in Leipzig ein Treffen statt, das sich sowohl mit der Geschichte der Gesellschaft als auch mit neue Erfahrungen über Vorbeugung, Diagnostik und Therapie von sexuell übertragbaren Erkrankungen auszutauschen.

Sexuell übertragbare Erkrankungen (STD), früher Geschlechtskrankheiten genannt, nehmen in ihrer Bedeutung wieder zu. Europäische Studien belegen, daß bereits 20% der Jugendlichen ihre ersten sexuellen Kontakte vor dem 15. Lebensjahr haben. 15% der Mädchen und 4% der Jungen leiden bereits vor dem 17. Lebensjahr an einer sexuell übertragbaren Erkrankung.

20% der Jugendlichen machen noch vor dem 19. Lebensjahr eine unentdeckte Infektion mit Chlamydien durch, die über eine Entzündung der inneren Genitalorgane (Eileiter, Eierstock) zur Sterilität führen kann.

Nach Angaben der WHO treten jährlich 333 Mio sexuell übertragbarer aber heilbarer Neuinfektionen auf. Spitzenreiter ist Südostasien, gefolgt von Afrika und Osteuropa sowie Zentralasien. Es komme z.B. auf einen diagnostizierten Syphilis-Fall 2,3 nicht diagnostizierte Infektionen.

Ein weiterer Grund für das Zunehmen der Infektionen liege darin, daß Sexualpartner immer öfter online gesucht werden, das habe dazu geführt, daß in den USA signifikant mehr Syphilis und rektale Gonorrhoe Infektionen bei Patienten auftreten, die ihre Sexualpartner über das Internet gefunden haben, so die deutsche STD-Gesellschaft in einer Presserklärung.

"Das hat im Zusammenhang mit einer laxen Handhabung der Meldepflicht dazu geführt, daß scheinbar die Häufigkeit der sexuell übertragbaren Erkrankungen zurückgeht; in Wirklichkeit aber hat sie zugenommen.", erläutert Prof. Haustein von der Universität Leipzig und Leiter der Tagung.

Doch nicht nur Infektionen wie Syphilis, Gonorrhoe und auch AIDS seien zu berücksichtigen. Größte Beachtung müsse man sowohl den Chlamydien-Infektionen als auch den humanen Papillomviren schenken, die nicht nur mit Feigwarzen bzw. anogenitalen Warzen in Verbindung gebracht werden, sondern auch mit dem Gebärmutterhalskrebs, oft nach jahrelanger klinisch-stummer Phase.

Deutlich im Zunehmen ist auch die Häufigkeit genitaler Herpesinfektionen, für die bislang jedoch weder eine wirksame Prophylaxe noch eine Heilung bekannt ist.

© medizin.at

 

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